Beteiligung des Deutsch-Chinesischen Tierzuchtprojektes an einem wissenschaftlichen Forum zur Forschung und Entwicklung neuer Technologien in der Milchviehzucht

Dr. Zengting Liu, VIT, Germany

Dr. Johannes Aumann, BVN, Germany

Im Rahmen der China Dairy Expo, Fachmesse für Milchviehaltung und –zucht der Dairy Association of China, finden alljährlich international besetzte Vortragsveranstaltungen zu aktuellen Themen und Entwicklungen der Branche statt. Am Samstag, 30. Juni wurde, durch die Dairy Association of China (DAC) mit deutscher Beteiligung, eine Vortragsreihe zur Forschung und Entwicklung der Rinderzucht in China veranstaltet.
Innovative Themen aus dem Bereich der Holstein- und Fleckviehzucht wurden vorgestellt. Dabei ist besonders hervorzuheben, dass alle deutschen und chinesischen Referenten zu den Experten und Partnern im „Deutsch-Chinesischen Kooperationsprojekt zur Weiterentwicklung der Tierzucht in China“ gehören.
Frau Prof. Wang Yachun von der CAU Peking begann mit einem Rückblick auf 100 Jahre Rinderzucht, international und in China. Danach folgte, vom deutschen Rechenzentrum in Verden (VIT), Herr Dr. Liu Zengting, zum Thema Vorteile der deutschen Zuchtwertschätzung unter besonderer Berücksichtigung von Langlebigkeit, Lebensleistung und Gesundheitsmerkmalen. Anschließend erläuterte Herr Dr. Aumann vom BVN das Anpaarungssystem für Fleckvieh-Zweinutzungskühe. Beide Vorträge wurden von den Zuhörern in China mit großem Interesse verfolgt.
Herr Prof. Zhang Yuan, einer der Begründer der chinesischen Holsteinzucht, berichtete über die Entwicklung und Beurteilung des Chinesischen Leistungsindex (CPI), einem Gesamtindex. Herr Shi Wanhai, einer der Direktoren von Chinas größter Besamungsstation, erläuterte die Entwicklung einer eigenen Zuchtwertschätzung für Exterieurmerkmale bei Holsteinkühen. Diese ist vergleichbar mit den in Deutschland bekannten Merkmalen. Den Abschluss bildete Herr Prof. Zhang Shengli von der CAU Peking, der innerhalb der DAC für die fachliche Betreuung der Holsteinzucht zuständig ist. Er stellte die Vorgaben für eine Nachkommenprüfung in China vor. Zwar arbeiten heute auch chinesische Besamungsstationen mit der genomischen Selektion, doch der Aufbau einer eigenen Datenbasis bedarf noch viel Aufwand.
Insgesamt bot die Veranstaltung einen guten und tieferen Einblick in den Stand der chinesischen Holsteinzucht, die zu internationalen Mitbewerbern weiter aufschließt. Die deutsche Beteiligung kann auch als Anerkennung der Projektarbeit gewertet werden und bot den chinesischen Kollegen die Möglichkeit, die Vorteile der Milchviehzucht in Deutschland mit anderen Ländern zu vergleichen.