Vertiefung der Chinesisch-Deutschen Zusammenarbeit in der Rinderzucht: 6. Chinesisch-Deutsches Rinderzuchtsymposium in Peking

Unterzeichnung der Verlängerungsphae bis Juni 2018 Weitere Bilder in der Galerie

Am Donnerstag, 30.11.2017 und Freitag, 01.12.2017 fand das mittlerweile sechste Rinderzuchtsymposium des „Deutsch-Chinesischen Kooperationsprojektes zur Weiterentwicklung der Tierzucht in China“ im 21 Century Hotel in Peking statt. Beim diesjährigen Symposium, gemeinsam organisiert vom deutschen Projektdurchführer ADT Projekt und dem chinesischen National Animal Husbandry Service (NAHS) nahmen ca. 80 Gäste, darunter hochrangige Vertreter des deutschen und chinesischen Landwirtschaftsministeriums teil.

Das Symposium stand im Zeichen der Vertiefung der Zusammenarbeit in der Rinderzucht und –haltung zwischen Deutschland und China.

Das vom deutschen Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte und vom Chinesischen Landwirtschaftsministerium unterstützte Tierzuchtprojekt, wurde mit einer feierlichen Zeremonie am 30.11.2017 um ein halbes Jahr verlängert. Die Verträge wurden von Frau Gärke, GFA als Generalbevollmächtigte des BMEL und Herr Shi als Vertreter des NAHS während der Veranstaltung unterzeichnet. In der weiteren Projektzusammenarbeit sollen insbesondere die Themen Rinderzucht und Umweltverträglichkeit der Tierhaltung noch weiter vertieft werden. Das Projekt wird weiterhin intensiv mit zehn chinesischen rinderhaltenden Demonstrationsbetrieben zusammenarbeiten, welche in ihrer Leistungsfähigkeit, Qualität und Ressourceneffizienz unter Nutzung von deutschem Know-How und deutscher Genetik sowie Technologie weiterentwickelt werden.

Im Anschluss wurde ein Projektbuch zur Zusammenarbeit in der Rinderzucht zwischen Deutschland und China seit 2010 vom NAHS an die chinesischen Demonstrationsbetriebe des Projektes überreicht.

Einen der Höhepunkte der Veranstaltung am 30.11.2017 stellte die feierliche symbolische Übergabe von Rindergenetik durch die Wirtschaftspartner des Projektes: Bayern Genetik, Besamungsverein Neustadt an der Aisch (BVN), German Genetics International (GGI), Masterrind und Rinderbesamungs-Genossenschaft Memmingen an die chinesischen Projektdemonstrationsbetriebe dar. Bis 2016 war der Handel von Rindergenetik zwischen Deutschland und China aufgrund von Handelsbeschränkungen nur bedingt möglich. Umso erfreulicher für beide Seiten ist es nun, dass im Rahmen des Projektes die chinesische Rinderzucht auch wieder durch deutsche Fleckvieh-, Holstein- und Braunviehgenetik aktiv unterstützt werden kann. Deutsche Rindergenetik soll dann in Folge im ersten Quartal 2018 an die chinesischen Projektdemobetriebe geliefert werden. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der sowohl in Deutschland als auch in China verbreiteten Rinderrassen Fleckvieh, Holstein und Braunvieh unter verschiedenen Produktionsbedingungen in China weiter zu verbessern.

Frau Prof. Wang Yahun von der Chinese Agricultural University in Peking stellte in ihrem folgenden Vortrag die bisherigen Ergebnisse aus dem Einsatz deutscher Genetik in China vor. Neben der Leistungssteigerung sowohl bei Milch als auch bei Fleisch, unterscheidet sich die deutsche Genetik von anderen Herkünften durch einer Verbesserung der Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit unter den Bedingungen in China. Eine fortlaufende intensivere Datenerfassung wird helfen diese Resultate zu untermauern.

Die weitere Veranstaltung am Donnerstag und Freitag beleuchtete die bisherige und zukünftige Zusammenarbeit im Deutsch-Chinesischen Tierzuchtprojekt aus verschiedenen Perspektiven und sollte zur Diskussion über die weitere gemeinsame Projektgestaltung anregen. Sowohl die zehn chinesischen Projektdemobetriebe als auch die deutschen Wirtschaftspartner des Projektes: BVN, Masterrind, Caisley International, Bernard van Lengerich, Fliegl Agrartechnik und FAN Separator berichteten. Als Ergebnis der intensiven Diskussionen zwischen Demonstrationsbetrieben und Wirtschaftspartnern sollen verstärkt moderne Kommunikationsmittel wie Wechat Gruppen und eine engere Vernetzung zwischen Experten und den Erfahrungen in den Betrieben initiiert werden. Die bereits angewendeten Beratungsinstrumente werden weiter ausgebaut und zielen auf eine größere Verbreitung der Projektarbeit in China ab.