Zweites Best Practice Seminar zum Thema Gülleverwertung in den Provinzen Hebei und Henan

Die Einflüsse der Landwirtschaft auf die Umwelt sind in China in den vergangenen zwei Jahren zunehmend in den Blickpunkt von Politik und Öffentlichkeit gerückt. Im 13. Fünfjahresplan der Volksrepublik China gehört der Umweltschutz im Land zu einem der Schwerpunktthemen. Die chinesische Landwirtschaft ist aufgefordert Maßnahmen zum Schutz der Umwelt zu ergreifen. Dies stellt insbesondere tierhaltende Betriebe vor große Herausforderungen.

Tier- und Pflanzenproduktion findet in China vielerorts entkoppelt statt. Bislang wurde insbesondere die rasante Entwicklung zu einseitig ausgerichteten sehr großen Tierhaltungsbetrieben mit effizienter und qualitativ hochwertiger Produktion politisch gefördert. Diese Entwicklung stellt die Erzeuger nun vor eine immense logistische Herausforderung: Was tun mit den großen Mengen organischer Reststoffe, die in diesen Betrieben anfallen?

Erfahrungen aus anderen Ländern sollen helfen, Lösungsansätze für die Situation zu finden. Bereits in 2016 wurde im Rahmen des „Deutsch-Chinesischen Kooperationsprojektes zur Weiterentwicklung der Tierzucht in China“ ein erstes Best-Practice Seminar zur Gülle- und Festmistverwertung durchgeführt, bei dem sowohl technische Lösungen als auch wissenschaftliche Erkenntnisse präsentiert wurden. Aufgrund der großen Resonanz auf die Veranstaltung und das politische Interesse, hat sich das Thema zu einem Schwerpunkt im Rahmen des Tierzuchtprojektes entwickelt. Synergien ergeben sich auch mit dem Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum (DCZ) und dem Demonstrationsprojekt zur Pflanzenproduktion in China.

Im Oktober 2017 fanden nun in Zusammenarbeit mit dem National Animal Husbandry Service (NAHS) und den Unternehmen Fliegl Agrartechnik, Bernard van Lengerich (BvL) und Claas, zwei weiter Veranstaltungen zum Thema „Best practice in manure management“ am 12. und 13. Oktober auf einem der Demobetriebe der Projektkomponente Rind in Ding Zhou und am 16. Oktober auf dem Demobetrieb der Projektkomponente Schwein in Hebi statt.

In diesem Jahr wurde ein größerer Schwerpunkt auf wissenschaftliche und politische Hintergründe gelegt. Themen der Vorträge waren u.a.:
  • Anwendung von Gülle und Biogassubstraten in Deutschland (Dr. E. Lehmann)
  • Nährstoffbelastungen durch organische Reststoffe in China (Dr. M. Roelcke, Prof. Li)
  • Technische Lösungen in China (Prof. Shi)
  • Politische Ausrichtung und Zielstellung in China (Prof. Lin)
In Ergänzung zu den Vorträgen, wurden Feldtage durchgeführt, bei denen die beteiligten Unternehmen einige Möglichkeiten zur technischen Umsetzung demonstrieren konnten.

An beiden Veranstaltungen nahmen über 220 Personen aus Tierhaltungsbetrieben und Behörden teil.
Gelobt wurde das hohe fachliche Niveau. Es ist gelungen, Politikern, Behörden, Wissenschaftlern und Praktikern, aus beiden Ländern eine Diskussionsplattform zu bieten, die mit einem Wunsch nach einem 3. Seminar in die Planungsphase für das nächste Jahr startet.