Seminar: Entwicklung der Fleischrinderhaltung in der Provinz Hebei

In der Provinz Hebei konnten viele Gemeinden der allgemeinen Entwicklung in der Landwirtschaft nicht Schritt halten. Um diese Gemeinden weiter zu entwickeln und der ländlichen Bevölkerung ein besseres Auskommen zu ermöglichen, besteht beim National Animal Husbandry Services (NAHS) Chinas eine Abteilung, die sich dieser Aufgaben annimmt. In der Gemeinde LongHua, ca. 4 Autostunden Nord-Östlich von Peking wurde am 5. & 6. Juni das erste Seminar zur Entwicklung der Fleischrinderhaltung mit Unterstützung des Deutsch-Chinesischen Kooperationsprojektes zur Weiterentwicklung der Tierzucht durchgeführt. In der Region werden 450.000 Fleckviehrinder ausschließlich zur Fleischproduktion gehalten. Eine Molkereistruktur besteht nicht. Viele der Kleinbauern besitzen weniger als einen halben Hektar Land, auf denen Mais und Gemüse angebaut werden. Daneben halten sie nur wenige Rinder unter sehr traditionellen Bedingungen. Einige Großbetriebe, die bis zu 1000 Tiere mästen, wurden in den zurückliegenden Jahren mit staatlicher Unterstützung aufgebaut. Das Wissen über die Rinderhaltung und Fütterung erreicht die jedoch Kleinbauern nur sehr langsam. Daher versucht man durch Seminare wie diesem die Bauern zu schulen, um sie an einer wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben zu lassen. Über 200 Teilnehmer verfolgten das Seminar. Chinesische Experten, die auch im Projekt beteiligt sind, berichteten über Fütterung und Methoden der Maissilage Bereitung (Prof. Cao und Mong). Frau Prof. Wang stellte die Maßnahmen des Projektes zur Weiterentwicklung der Tierzucht in China vor. Am Ende des ersten Seminartages stellte Dr. S. Grupe die Struktur der Landwirtschaft und der Rinderhaltung in Deutschland vor. Haltungs- und Managementmaßnahmen wurden an Hand eines Familienbetriebes mit Fleckviehzucht erläutert. Den Abschluss bildete ein Vortrag über die Bullenmast. Am zweiten Seminartag wurde ein Rindermastbetrieb mit 200 Mutterkühen und 500 Bullen besucht, einem für die Region typischen größeren Mastbetrieb. Seine Produktionsweise und die Erläuterungen dienten als Demonstration für die anwesenden 80 Teilnehmer der Praxisschulung. Die Kleinbauern sollen sich der vorgestellten Produktionsbedingungen annehmen. Das Seminar war von Herrn Wang Zhigang der zuständigen NAHS Abteilung und den lokalen Behörden in LongHua sehr gut vorbereitet worden. Es wurde gewünscht in diese Form der Weiterbildung das Deutsch-Chinesische Kooperationsprojektes zur Weiterentwicklung der Tierzucht intensiver einzubinden. Nachdem in Xinjiang im Frühjahr bereits das dritte Seminar in vergleichbarer Form durchgeführt wurde, erreicht die Projektarbeit auch die kleineren Bauern in China und geht damit weit über die Beratung der 10 Demonstrationsbetriebe hinaus. Seitens der zuständigen Behörden, ist nicht nur die Vermittlung von Produktionstechniken gefragt. Es wird zunehmend erkannt, dass eine Verbesserung der bäuerlichen Familienbetriebe wie in Deutschland zur Weiterentwicklung der ländlichen Räume in China unabdingbar ist. Dr. Sven Grupe